Spontane Planänderung

Santa Fee & Bandelier National Monument

Kaum waren wir aus dem Canyonlands National Park Needles District und dem umgebenden riesigem Funkloch raus, checkten wir den Wetterbericht. Leider bestätigte sich, was wir Tage zuvor schon in der TV-Wettervorhersage ankündigt wurde. Für die folgenden Tage, die wir eigentlich zeltend im Monument Valley und im Grand Canyon National Park verbringen wollten ,waren schwere Thunderstorms angesagt. Im Grand Canyon mit Temperaturen um die 6 Grad…. Aber auch im Monument Valley macht zelten in nassem, roten Sand auch nur mäßig Spaß…. Was soll man bei Regen in Page machen, nicht mal die Antilope Canyon kann man besichtigen…. Aber was nun? Zurück hoch nach Moab? Nein, zu teuer und das Wetter sollte dort auch nicht ganz prall werden. Durch Arizona bis nach Kalifornien durch? Geht auch nicht, was sollen wir denn da ganze zwei Wochen am Stück? Na, schauen wir mal auf der Landkarte nach rechts…. Colorado…hmmm… New Mexico…. hm, was gibts denn da so? Puh! Normalerweise beschäftige ich mich schon Monate im Voraus mit unseren Touren und habe jeden möglichen Sightseeing Stop, Park und Hike im Kopf, weiß genau was man sehen muss und wo man nochmal anhalten kann, wenn man Zeit über hat. New Mexico hatte ich bisher aber noch so gar nicht auf dem Schirm und mangels Zeit und richtig gutem Handyempfang konnte ich auf die Schnelle nun auch keinen Plan für eine ganze Woche aus dem Ärmel schütteln. Also blieb nur der Blick auf Google Maps und die spontane Entscheidung „Santa Fee hört sich doch ganz gut an!“ Also auf nach Santa Fee! Vom Canyonlands nach Santa Fee ist es allerdings eine ordentliche Strecke, aber auch unterwegs war das Wetter eher durchwachsen, also fuhren wir durch…

Nein Stop. Wir fuhren leider nicht durch, wir machten tatsächlich einen kurzen Stop am Four Corners Monument. Für mehr Realität im Internet…. kleiner Tip von mir: Wenn ihr noch etwas besseres vorhabt - ein Bingo Abend zum Beispiel, oder Fußnägel schneiden - fahrt dran vorbei :)

Ein staubiger Parkplatz, 5$ Eintritt pro Person, viele leere Indianer Buden, einige Besetzte mit lethargisch dreinschauenden Souvenirverkäufern. Toiletten, die viele hundert Meter entfernt mit der Nase auszumachen waren. Ein paar Futterbuden, nix pralles. Das alles um eine Platte im Boden zu bewundern, wo die Staaten Utah, New Mexico, Arizona und Colorado zusammen treffen. Nichtmal besonders historisch, denn der Punkt wurde schon einige Male verschoben, zuletzt in den 70ern. Ja, wir haben es vorher schon gelesen, aber „wenn man schonmal da ist“ …würde ich jetzt sicher dran vorbei fahren.

Außerdem sahen wir noch den markanten Shiprock unterwegs, der von großer religiöser und kultureller Bedeutung für die Navajo Indianer ist.

Schnell von unterwegs noch ein Hotel gebucht, nachmittags in Santa Fee eingetroffen, eingecheckt und… ja was macht man denn eigentlich so in Santa Fee? Erstmal Richtung Downtown und schauen, obs da was feines zu Futtern gibt. In New Mexico fallen einem zuerst die interessant gestalteten, im Adobe-Stil erbauten Häuser ins Auge. So ist auch die Innenstadt von Santa Fee ganz in diesem Stil gehalten - sehr sympathisch.

Dennoch finden wir für uns nicht das Richtige zum Einkehren, also befragen wir das Internet und bekommen eine Empfehlung für ein kleines Restaurant mit mexikanischer Küche, welches dazu noch in der Nähe unseres Hotels liegt. Also los, dort hin, es wurde eh schon dunkel.

Das Restaurant war wirklich der Hit, kleiner feiner Familienbetrieb, Ambiente vom Frühstücksraum im Motel 6, super freundliches und lustiges Personal, der Laden dazu rappelvoll, das Essen mega! Wer also mal in Santa Fee ist, sollte das Pantry Restaurant besuchen!

Abends nochmal im Netz recherchieren - was kann man hier machen? Gibts Nationalparks? Schöne Ecken zum Wandern?  Schnell zeigt sich: so üppig wie in Utah ist die Auswahl nicht. Also fällt die Entscheidung auf das Bandelier National Monument. Bandelier liegt in direkter Nähe zu Los Alamos, welches durch das Manhattan Projekt während des zweiten Weltkriegs Bekanntheit erlangte.

Das National Monument selbst ist vor allem für die „Frivoles-Schlucht“ bekannt, diese wurde früher von Puebla-Indianern besiedelt, die in den steilen Felswänden ihre Behausungen eingerichtet haben. Auch die in oder andere Kiva kann man dort noch sehen. Um zwischen Mai und Oktober in den Park zu gelangen, nimmt man ab dem Visitor Center des vorgelagerten Orts White Rock den Shuttlebus zum Park. Ausreichend Parkmöglichkeiten sind am Visitor Center vorhanden. Das Shuttle fährt zwischen 09:00 und 15:00 Uhr je nach Wochentag alle 20-30 Minuten und ist kostenfrei. Das letzte Shuttle verlässt um 17:00 Uhr den Park. Es war sehr heiß im Park, also entschieden wir uns für eine kurze Wanderungen - den Main Loop Trail, der an den Felshäusern vorbei für und ein Abstecher zum Alcove House - einer Fels Alkove mit rekonstruierter Kiva, die man mittels mehrerer, steiler, langer Leitern erklimmt - das war für mich als „Höhenangstler“ schon eine Herausforderung!

Abends widmeten wir uns ein weiteres Mal der Altstadt von Santa Fee.

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