Zion National Park - Kanarra Creek Trail

Kurz vorweg - der Kanarra Creek Trail befindet sich außerhalb des Zion National Parks, also ist der Titel so eigentlich nicht richtig. Dennoch habe ich ihn gewählt, um Euch aber einen Anhaltspunkt zu geben, wo dieser Trail so ganz ungefähr in den Staaten zu finden ist.

Die Wanderung zu den Kanarraville Falls ist ein wunderschöner, besonders im Sommer sehr erfrischender Trail in der Nähe des Zion National Parks. Sehr schön und abwechslungsreich mit allem, was das Herz begehrt: einem Slotcanyon, Wasserfällen, Kletterpartien, frischem Grün, nassen Füßen und vielen, sehenswerten Fotomotiven. Man startet in Kanarraville, welches ca. 45 Fahrminuten und ca. 50 km von St. George entfernt liegt. Am Trailhead gibt es einen Parkplatz, an dem man (2016) 10 USD Parkgebühren zahlt und schon kann es los gehen.

Trailhead: 37°32’15.2″N 113°10’32.5″W

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Wir sind den Trail im September gelaufen und recht früh aufgebrochen, wir waren fast den gesamten Weg allein unterwegs, allerdings habe ich mittlerweile schon viele Berichte gelesen, dass es mittlerweile und vorallem im Sommer schon recht überfüllt dort sei. Früh aufzubrechen ist also zu keiner Jahreszeit eine schlechte Idee.

Ich hatte mich im Vorfeld etwas informiert und mir Neoprensocken besorgt, Sven hingegen hielt dies für überflüssig, was im ca. 2 Stunden lang Eisfüsse bescherte - denn irgendwann kann man nicht mehr am Ufer entlang laufen und muss zwangsläufig durchs Wasser und dieses ist eben äußerst erfrischend :)

Dem Fotobegeisterten sei außerdem zu ND Filtern - am besten als Verlaufsfilter und einem Stativ geraten - dummerweise habe ich meine Filter, die ich extra und eigens für diesen Trail gekauft hatte, im Hotelzimmer vergessen und die Fahrt zurück hätte uns den frühen Start gekostet, also Zähne zusammen beissen und hoffen, dass es auch so geht. Selber schuld...

Zuerst führt der Trail eine breite Straße recht steil hinauf, bis auf einen tollen Ausblick, erstmal nicht so wahnsinnig attraktiv, dann geht es eine Stück weiter auf einer unbefestigten Straße und schon sieht man das erste mal den Kanarra Creek, der den Weg dort das erste Mal kreuzt.

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Dann entfernt man sich wieder ein wenig vom Wasser, bis der Kanarra Creek ein zweites Mal kreuzt.
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Nach einer kleinen Kletterpartie über eine Wegstelle, die scheinbar von den Monsunschauern die Wochen zuvor weggespült war ging es dann wieder hinunter zum Creek.

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Man entfernt sich dann nochmals kurz etwas vom Wasser für diesen tollen Anblick, bis es dann tatsächlich direkt am Ufer entlang geht. 

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Hier ging es nun mal wieder links und mal wieder rechts am Ufer entlang. Versucht man sich erstmal trocken zu halten, kann man zu Beginn mittels im Wasser liegender Stämme oder großer Steine vorerst noch den Eisfüssen entgehen. Immer wieder bieten sich auf dem Weg tolle Dinge zu entdecken, kleine Eidechsen, frisches Grün vor roter Felswand oder Bäume, die spektakulär aus dem Fels hinaus wachsen. Dadurch, dass die Sonne noch nicht direkt in den Canyon hinein schien, war hier tatsächlich die ein oder andere Langzeitbelichtung drin. 

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Der Canyon selbst spitzt sich immer mehr zu, bis man schließlich zum Eingang des Slotcanyons gelangt - ab da kann man es dann wirklich vergessen, trockenen Fußes weiter zu kommen. 

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Der Anblick ist toll, orangeroter Fels, der Creek mit den vielen bunten Steinen unten, der strahlende Himmel über einem und nach einer Weile ist er da - der erste Wasserfall! Toll! Genau wie auf den Fotos und schon wird das Equipment (in diesem Fall ja nur das Stativ) ausgepackt und die ersten Fotos geschossen - zum Glück ging dies tatsächlich auch ohne ND Filter, ISO auf 50 und die passende Perspektive und los ging es, ein Fest für jeden Fotografen! Wir hatten ausserdem auch hier wieder das Glück, dass nur eine 6 köpfige Gruppe vernünftiger Leute vor uns war, die sich scheinbar auch schon etwas länger am Fall aufgehalten hatten, vorher hatten wir diese nämlich weder gesehen noch gehört. Das Grüppchen brach sofort auf, als wir eintrafen und so hatte ich alle Zeit der Welt. 

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Nach den Fotos ging es dann die glitschigen Stahlstufen hinauf, denn es sollten noch weitere Fälle auf uns warten. Für mich mit meiner Höhenangst und dem ganzen Fotozeugs am Mann war das eine kleine Herausforderung, denn das am Fels angebrachte Seil hilft meiner Meinung nach auch nicht so richtig, wenn man wirklich abrutschen sollte. 

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Ein paar Minuten später warteten die nächsten Fotomotive auf uns, ein riesiger Felsbrocken, der wohl vor laaaaaanger Zeit mal heruntergekommen war und nun diesen spektakulären Anblick bot: 

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Im weiteren Verlauf gab es überall neue Motive umgeben von steilen, roten Felswänden und immer weiter im Creek unterwegs. 

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Nun wurde der Canyon wieder zu einem Slot, man musste teils recht glitschige Kaskaden überwinden und schon standen wir vor dem nächsten Fall, der unseren Endpunkt des Trails darstellte. 

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Hier holte uns dann eine andere Gruppe ein, die den Trail dann noch weiter liefen - angeblich soll es insgesamt drei Fälle geben, allerdings weiß ich nicht, ob nicht der Fels kurz hinter dem ersten Fall dazu zählt oder nicht. Ich habe auch noch nie ein Foto eines weiteren Falls gesehen.

Uns war es so oder so zu riskant weiter zu gehen. Der Baumstamm war nur mit einer einzigen Sprosse versehen und es gab nichtmal Halteseile. Die Gruppe, die weiterwanderte, half sich mit Räuberleitern und bot uns auch ihre Hilfe an - hoch wären wir sicher so auch gekommen, aber in Hinblick auf den Rückweg lehnten wir dankend ab, denn wir haben schon ein paar mal festgestellt, dass man deutlich leichter irgendwo hinauf, als später wieder hinunter kommt. Auf dem Rückweg schoss ich noch das ein oder andere Foto, denn das Licht war ein wenig gewandert und stand besser. Auch die glitschige Leiter mussten wir ja wieder hinunter… 

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Der Weg zurück bot noch die ein oder andere tierische Überraschung, wie diesen durstigen kleinen Kerl... 
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...oder auch diese Farbenprächtigen hier… 

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Und zum Abschluss bot sich uns wieder dieser irre Ausblick - in perfektes Licht getaucht… 

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Wir hatten einen wunderschönen Tag im Kanarra Creek. Wer diese Gegend sowieso schon mag, wird den Trail lieben. Für uns auch wieder Abseits der Massen und trotzdem wunderschön und spektakulär. Mein Fotografenherz ist außerdem vollends auf seine Kosten gekommen. Dieser Trail wird definitiv in unsere Topliste aufgenommen!


Facts: 

Name: Kanarra Creek Trail  

Länge: ca. 4 mi bis zum ersten Wasserfall

Zeitaufwand: ca. 3-4,5 Stunden, abhängig von gewählten Länge

Rating: moderate - difficult 

Besonderheit: Wassertrail mit tollen Fotomotiven und kleinen Klettereinlagen